Bekannte und mein Blog

Natürlich habe ich ein paar von meinen Freunden und Bekannten von meinem Blog berichtet. Die meisten kennen mich sehr gut, so dass sie nicht überrascht waren. Manche haben es sogar iniziiert; ohne sie, wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen… Dann wiederum gibt es Bekannte, denen ich von meinem Blog erzählz habe, weil ich es witzig fand und wohl auch, um meinem Exhibitionismus noch ein wenig mehr Raum zu geben.

Nun frage ich mich allerdings ersnthaft, ob das so eine gute Idee war. Es gibt gewisse Bekannte von mir, da wäre es mir lieber, sie würden meinen Blog nicht lesen. Holen die sich eventuell einen runter, wenn sie meine Einträge lesen? Wenn das andere Männer und Frauen tun, finde ich das in Ordnung. Mehr noch: Ich freue mich darüber! Ist doch schön, wenn die Menschen dank meiner Geschichten, meinen Erlebnissen und ihrer eigenen Phantasie ein wenig Spaß haben. Es ehrt mich sogar ein wenig. Ich hole mir ja auch gerne einen runter und weiß also darum, wie wichtig die begleitende Wix Lektüre ist.

Wenn es sich allerdings um Bekannte von mir handelt… Ich bin mir nicht so sicher, ob ich das wissen will. Ich will nicht, dass sich jemand, den ich kenne, auf meine Erlebnisse einen runterholt. Ich will aber noch nicht mal, dass gewisse Bekannte von mir meine Geschichten lesen und demnach kennen. Ich weiß auch nicht, warum ich manchen Leuten überhaupt von meinem Blog erzählt habe, ich hätte es vorher wissen müssen.

Bei anderen Bekannten ist es mir wiederum egal, es kommt tatsächlich auf den einzelnen Fall an. Doppelmoral? Zweierlei Maß? Ja, kann schon sein. Dennoch fühle ich mich bei einigen Ideen unwohler als bei anderen.

~ von sexcapaden am Januar 24, 2009.

5 Antworten to “Bekannte und mein Blog”

  1. Es ist diese Gefühl, sich outen zu wollen und andererseits doch seine Intimsphäre zu behalten. Wenn einfach alle so offen wären, dann wäre es auch leichter. Doch leider ergötzen sich andere lieber an einem als sich selbst zu präsentieren …

    Einer der Gründe, warum mein Blog keiner kennt. Er ist primär für mich und für die „anderen“, die mich allesamt nicht kennen, die ich nicht kennen lernen will und die allesamt „nur“ ein Teil einer großen virtuellen Welt sind, die ich deutlich von der Realität trenne. Es dient der Formulierung dessen, was ich loswerden möchte ohne den Verlust von anderem erwarten zu müssen. Es ist die Freiheit, seine Meinung zu äußern, die zwar nicht gegen Gesätze verstoßen, die – offen gesagt – jedoch zu Verstörungen führt. Es ist Exhibition ohne Anklage …

  2. ..ich muss an dieser Stelle bemerken, dass es tatsaechlich merkwuerdig scheint, dass die Dinge noch immer so ‘unsagbar’ zu seien scheinen, in dem Sinne, dass man die Anonymitaet der virtuellen Welt dem konkreten Wissen vorzieht, deine Texte lassen ja durchaus Leerstellen, sie umkreisen ja das ‘eigentliche’ und ich sehe nicht was daran Individuen erstaunen sollte. Es ist auch seltsam: diese Grabesstille in diesem blog, fast wie in meinem, wenn auch aus anderen Gruenden, andererseits gibt es einen beredten Diskurs ueber Sexualitaet, wie man ihn in den, sagen wir ‘Proleten-Foren’ dieser Welt findet, dem ich diese Stille vorziehe..

  3. Bewusst umkreise ich eigentlich nicht. Ich reiße Themen nur kurz an, überdenke sie in dem Moment oder lasse von ihnen los. Somit hat der Blog seine Funktion erfüllt. Männer sind da vielleicht einfach knapper als Frauen, während diese mehr ins Detail gehen.

    Wenn sich jemand in zu einem Blog meldet, so kann das sehr angenehm sein. Aber es ist für mich selbst letztlich unwesentlich. Man solle sich lieber mehr in der Realität bewegen, oder :?: ;)

  4. @andreask9: meintest du mich und meinen blog oder den von herrn unverblühmt…? mein blog umkreist das thema sex nicht wirklich, ich denke ich bin schon sehr direkt.
    ansosnten…meinen freunde sind okay, sie mögen meinen blog, es geht halt nur um ein paar menschen, denen ich lieber nichts von meinem „projekt“ hätte erzählen sollen. ich gehe offen mit sex um, rede auch viel darüber, auch mit fremden menschen..aber du hast recht, andreask9 – meistens wird das thema sex doch sehr prollig behandelt, es turnt mich ab. dabei geht es um die sprache, aber auch um die idee, wer sich manchmal dazu äußert..
    @unverblühmt: klar geht es um diese gewisse anonymität, darum, dass man sich äußern kann ohne „repressallien“ zu befürchten. allerdings geht es mir ja gar nicht darum! ich teile mich gerne mit menschen, die nichts damit anfangen können…. fair enough, sie müssen meinen blog ja nicht lesen / mir nicht zuhören. nein, ich möchte nicht, dass manche bekannte meinen blog lesen, aus angst, sie könnten sich einen darauf runter holen… nicht aus angst, „entdeckt“ zu werden – dafür gehe ich im realen leben zu offensiv mit dem thema um :-)

  5. ..mit ‘konkretem’ Wissen und dem ‘Umkreisen’ meinte ich, und ich meinte dabei tatsaechlich deinen blog, dass du nichts schreibst, was nicht andere in dieser Form in aehnlicher Weise taeten und dass du in gewissem Sinne auch, wie ich annehme, deine ‘letzten’ Privatheiten auslaesst, du sagtest ja selbst, du schreibst nicht ueber Sex mit Menschen, die du liebtest und ich nehme an, dass du aucb ‘gewisse’ Details der geschrieben Dinge zum Zwecke der Anonymisierung etc. ausblenden wirst. Mich erstaunt einfach, dass man dem Diskurs zwar einerseits traut, andererseits dann aber doch die Offenlegung von Dingen auf die eigene konkrete Person bezogen fuerchtet, die so beschaffen sind, dass sie JEDER tut und sie ‘offiziell’ auch nicht mehr ‘tabusiert’ scheinen. Aber egal, ich glaube dieser Punkt ist nicht ganz praezise geworden.

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